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Gut vernetzt 1/2016

Die Region als Kraftort

Innert weniger Jahre hat sich Selina Büchel zur internationalen Weltspitze emporgearbeitet. Für diesen Sommer hat sich die 24-jährige Toggenburger Leichtathletin viel vorgenommen: Mit den Europameisterschaften und den Olympischen Spielen stehen gleich zwei Grossanlässe in ihrer Agenda.

Ein verschneiter Mittag Anfang März im Athletikzentrum St.Gallen. Selina Büchel absolviert ihr Bahntraining deshalb drinnen. Als einzige Halle der Schweiz verfügt das Athletikzentrum über eine 200- Meter-Rundbahn mit höhenverstellbaren Steilkurven. Vor Kurzem fanden hier die Hallen-Schweizermeisterschaften statt. Selina Büchel ist mit ihrem Resultat zufrieden, Silber über 400 Meter und zwei persönliche Bestzeiten über 400 und 1500 Meter. Die Hallensaison 2016 war eher kurz und ohne Grossanlass. Die wichtigsten Stationen vor St.Gallen waren Düsseldorf, Karlsruhe und Glasgow. Lässt man sie auf ihre letzte Saison zurückblicken, nennt Selina Büchel das Diamond-League-Meeting in Paris als Höhepunkt, hat sie doch dort den fast 30 Jahre alten Schweizer Rekord für 800 Meter um beinahe eine Sekunde auf 1:57.95 verbessert. Die 800-Meter-Distanz ist ihre Hauptdisziplin. Für einen Sieg ist auch Taktik wichtig. Man läuft in einer Achtergruppe, muss Position beziehen, einteilen, den kürzesten Weg wählen. 800-Meter-Rennen erlauben nicht viele Fehler, ein Bremser kann viel Energie kosten.

Für Selina Büchel ist die Halle in St.Gallen ideal. Dass eine derart perfekte Halle so nahe liegt, kommt ihr entgegen. «Ich mag kurze Wege», sagt sie. Noch lieber trainiert die gebürtige Mosnangerin aber draussen, am liebsten in ihrer Heimat. «Was soll ich in Trainingslager ins Ausland reisen? Mir gefällt es hier im Toggenburg besser und das Training ist hier nicht schlechter.» Man spürt wo ihre Wurzeln sind, wenn sie feststellt: «In dieser Region bin ich zu Hause, das tut mir gut, hier fühle ich mich wohl.»

Sie sei schon als Kind viel und gerne draussen unterwegs gewesen und gelaufen. Für sie sei Bewegung Freude. Dass sie heute Spitzensport betreibt, habe sich ergeben, ein Ziel sei dies nie gewesen. Das Leistungsdenken hat sich nach und nach entwickelt, erzählt sie. «Ich habe einfach immer meine Grenzen finden wollen. Ich war perplex, als ich merkte, was effektiv möglich ist. Geht noch mehr?», nennt sie ihren Antrieb. «Das ist meine Grundmotivation: Wie schnell kann ich die 800 Meter laufen. Mit dem Erreichen eines Ziels rückt das nächste ins Blickfeld.» Rekorde bedeuten ihr mehr als Rangierungen an Wettkämpfen. Fragt man sie nach ihrem grössten bisherigen Erfolg, nennt Selina Büchel wohl den Europameistertitel in Prag, doch auf den Schweizerrekord ist sie mehr stolz. Und sie traut es sich zu, diesen vielleicht noch steigern zu können – unversucht will sie es nicht lassen, sagt sie.

«Mit dem Erreichen eines Ziels rückt das nächste ins Blickfeld.»

Ihr Tag beginnt um sieben Uhr früh. Nach einem Müesli startet Selina die erste von zwei täglichen Trainingseinheiten. Das Morgentraining ist eher locker: Laufen, Fusskräftigung, Velofahren. Danach, um halb elf, geht sie zur Arbeit. Sie arbeitet als Raumplanungszeichnerin. Das klingt nach trockener Materie, aber ihr macht es Spass. Ein seltener Beruf. Tatsächlich werden pro Jahrgang in der Deutschschweiz nur zehn bis fünfzehn darin ausgebildet. Selina Büchels aktuelles Pensum ist auf 25 Prozent geschrumpft. «Die Arbeit bedeutet für mich Abwechslung, sie ist einteilbar, was für mich von Vorteil ist. Und mein Arbeitgeber zeigt viel Verständnis für mein Engagement, das schätze ich sehr.» In der Regel arbeitet sie bis 16 Uhr. Dienstag und Freitag sind arbeitsfrei. Dann ist sie flexibler, denn es stehen stets viele Termine an, welche den Rythmus unterbrechen. Neben den Wettkämpfen und den Reisen an die entsprechenden Austragungsorte sind es auch Sponsorenverpflichtungen, welche Zeit brauchen. Vor allem in der warmen Jahreshälfte ist viel los, besonders in einem Jahr wie diesem. Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro stehen an. Auf diese ist Selina Büchel voll fokussiert. Eine Spitzenplatzierung ist ihr durchaus zuzutrauen und sie erhofft sich insgeheim wohl auch eine, auch wenn die bescheiden wirkende Toggenburgerin das nicht offen ausspricht.

Am Abend gegen sieben Uhr erfolgt die zweite Trainingseinheit. Diese absolviert Selina Büchel zusammen mit ihren Kolleginnen im Verein KTV Bütschwil. Als 15-jährige ist sie erst beigetreten, davor lief sie in der örtlichen Läuferriege. «Wir sind eine coole Gruppe», schwärmt sie. Im Training mit dem Verein und ihren Trainern Marlis und Urs Göldi stehen Technik, Schnelligkeit und Kräftigung, um Verletzungen vorzubeugen, im Vordergrund. Alles in allem stehen zwölf Trainingseinheiten à ca. eineinhalb bis zwei Stunden in Selina Büchels Wochenplan. «Ja, ich investiere viel in meinen Körper. Neben meinen Leistungen sind mir Gesundheit und Fitness wichtig», begründet sie diese Intensität.



Selina Büchel ist die Schnellste: In der 800-Meter-Distanz hält die Mosnangerin den Schweizer Rekord.

Die Tage sind kurz für sie. Der Haushalt nimmt nicht wenig Zeit in Anspruch. Bei den zahlreichen Trainings fällt auch viel Wäsche an, sagt sie. Und auch sie müsse einkaufen, ihre Wohnung putzen und schliesslich Büro und Buchhaltung machen. Für ihre Termine hat sie aber mit Roland Hirsbrunner einen Manager, der ihr den Rücken frei hält. Freizeit? «Mein Leben ist auf Sport ausgerichtet.» Im Gespräch spürt man, dass für sie der Sport auch Erfüllung ist. Als weitere Hobbies nennt sie Lesen, Romane im historischen Umfeld und Biografien sind ihre bevorzugte Literatur. Eine wichtige Stütze sind ihre Familie, Freunde und ihr Freund.

Teile der grossen Halle sind inzwischen von einer Gymnastikgruppe belegt. Junge Mädchen machen Bodenturnen mit Bewegungsakrobatik bis zum Spagat. «Krasse Bewegungen», meint Selina, die grad auf die Uhr ihres Handys blickt.

An Thurcom schätzt Selina Büchel die Kundennähe. Man hat für seine Kommunikationsbedürfnisse einen Partner in der Region. Die Wege sind kurz.

Das Smartphone ist ihr wichtig. Damit hat sie ihre Termine immer im Blick und wenn sie unterwegs ist, bleibt sie damit mit ihren Liebsten vernetzt. Hellhörig wird Selina, als sie von uns von der neuen Thurcom-Phone-App erfährt (mehr dazu auf Seite 8). «Das wäre ja super!» freut sie sich, denn «dann wäre das Telefonieren ja auf einmal viel billiger, ohne das teure Roaming.» Auch das Internet ist hilfreich. Während früher das Studium der Gegnerinnen sehr aufwendig war, weil z.B. nur wenige Videos verfügbar waren, findet man heute die Aufzeichnungen vieler Läufe auf Youtube und erfährt auf den jeweiligen Facebook-Seiten, was die Konkurrentinnen aktuell so treiben. «So kann ich mich entsprechend vorbereiten», sagt sie.

Die nächsten Monate bis Rio sind alle verplant. Selina Büchel wird viel unterwegs sein und – so ist es ihr zu wünschen – auch schnell.

Selina Büchel, vor ihr steht der wohl spannendste Sommer ihres Lebens.

Schnell unterwegs: bei einem Rekordlauf erreicht die Läuferin beinahe eine Geschwindigkeit von 25 km/h!

Selina Büchel

Wohnort: Wil
Geburtsdatum: 26. Juli 1991
Sportart: Leichtathletik, Läuferin
Bevorzugte Disziplin: 800 m
Verein: KTV Bütschwil, LR Mosnang

Grösste Erfolge:
– Schweizer Rekord über 800 m
– Hallen-Europameisterin 2015
– 4. Rang Hallen-WM 2014
– Bronze U23-EM 2013
– dazu 7 Schweizermeister-Titel

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