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Einblick 2/2018

Das Herz des Netzes

Über 350 Sender liefert Thurcom in die gute Stube – oder via App auf das Smartphone. Die Zahl ist schwankend, denn neue TV-Stationen kommen, andere verabschieden sich. «Vernetzt» besuchte die Kopfstation von Thurcom in Wil. Mitverantwortlich für den reibungslosen Betrieb der Kopfstation ist Dominik Brändle. Der gelernte Elektriker führt uns durch eine stets verschlossene und gesicherte Tür. Der Raum dahinter ist gefüllt mit Technik und Kabeln. Kühler sorgen für einen dauernden Lärmpegel. Zentral, umringt von Racks, steht ein Tisch mit einem Monitor, der die Signalstärken der einzelnen Sender anzeigt. Fällt ein Signal ab, löst dies einen Alarm aus. Oberste Maxime für Brändle ist, «dass wir Störungen entdecken, bevor ein Kunde dies tut.»

Als Verantwortlicher für Multimedia-Anwendungen bei einem Messebau-Unternehmen eignete sich Dominik Brändle viel Know-how an, das er für seine Tätigkeit heute braucht. Eine offizielle Ausbildung gibt es nicht. Man spürt seine Leidenschaft für die Technik und er sagt denn auch, seine Arbeit sei wie ein Hobby. «Das möglichst optimale Ordnen der Sender für die Übertragung, das Finden neuer Sender und überhaupt das Meistern von Problemen – ich liebe diese Herausforderungen, wie das Lösen eines Quiz», sagt er.

Er beobachtet die verfügbaren Sender. Im Team wird festgelegt, welche ins Netz aufgenommen werden. «Wir gehen dabei auch auf die Wünsche unserer Kunden ein. Was wir frei empfangen können, liefern wir auch frei weiter», sagt Brändle. 1974 nahm die Gemeinschaftsantenne der Technischen Betriebe Wil ihren Betrieb auf. Damals war dies noch eine rein terrestrische Empfangsanlage. Heute kommen die meisten Sender, auch jene der SRG, über Satelliten rein. Zur Sicherheit vor Ausfällen sind auf die wichtigsten Satelliten zwei Antennen ausgerichtet. Etwa ein Drittel der Sender kaufen wir via Glasfaserkabel von Signallieferanten ein, weil diese nicht über Satellit verfügbar sind, z.B. regionale Sender.

Die Hauptarbeit für Dominik Brändle ist neben der Überwachung und Wartung der gesamten Anlage das Managen und Verarbeiten der einzelnen Sender. Viele Sender werden aus rechtlichen Gründen bereits ab dem Satelliten verschlüsselt. «Diese müssen hier zuerst entschlüsselt werden. Wir optimieren die Signale für die Bedürfnisse unserer Netze und müssen die kostenpflichtigen Sender neu verschlüsseln. Dann werden die einzelnen Signale zu sendefähigen Paketen zusammengestellt und auf Trägerfrequenzen aufmoduliert. Dies vor allem auch um die für das TV verfügbare Bandbreite von 2 Gbit/s des Kabelnetzes optimal auszunützen. Platz ist für 37 Pakete à 50.86 Mbit/s. Schliesslich werden am Schluss noch die Frequenzen für das DVB-C Netz, dem herkömmlichen digitalen Kabel-TV Standart, zugewiesen. Dabei muss beachtet werden, dass nicht alle TV-Geräte der Kunden alle Frequenzen empfangen können. Es gibt auch Frequenzen, die durch WLAN/LTE gestört werden können. In diesen Bereichen sollten womöglich keine Sender platziert werden», erklärt Brändle.

«Wir müssen Störungen entdecken, bevor ein Kunde dies tut.»

 

Parallel gehen die Signale zum IPTV-Server, dem Gehirn von Thurcom-TV 4.0. Dieser speichert von allen Programmen die vergangenen sieben Tage, damit die Replay-Funktion oder auch die Live-Pause gewährleistet ist. Hat nur ein Kunde eine Sendung «aufgezeichnet», so verbleibt diese weiterhin zu seiner Verfügbarkeit auf dem Server, bis die Aufnahme von niemandem mehr gewünscht wird. Die Programme werden mit 6 Mbit/s im H265-Format via Internet übertragen. Im Gegensatz zu DVB-C, wo alle derzeit verfügbaren Programme ständig gesendet werden, liefert der IPTV-Server nur jene Programme zu jenen Kunden, welche diese aktuell abrufen. Dies spart gegenüber DVB-C deutlich Platz im Netz.

Für Aussenstehende liest sich dies alles sehr kompliziert. Auch für uns ist es das. Was von dieser Besichtigung bleibt, ist die Erkenntnis, dass hinter der Steckdose viel steckt. Vor allem auch grosse Verantwortung. Sollte der Strom ausfallen, schaltet sich ein Dieselgenerator ein. Die sieben Sekunden, bis er läuft, überbrückt ein Akku. Auch für den Fall, dass die Empfangsanlage wetterbedingt ausfällt, ist vorgesorgt. Dann werden die Signale via Glasfaserkabel von Partnern übernommen, welche mit Wil verbunden sind. Gleiches wäre auch in umgekehrter Richtung der Fall.

Dominik Brändle auf dem Dach der Kopfstation in Wil, hinter ihm stehen sechzehn wetterfest verankerte Parabolantennen.

 

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